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Supply Chain Management bei AMAG/Europcar

Corinne Brunner und Patrick Frei, Semesterarbeit, Sommer 2006

Betreuer: Dr. Marco Laumanns, Dr. Marc Reimann, Philippe Schiltknecht

Die Arbeit befasst sich mit einem Koordinationsproblem in der Lieferkette der AMAG. Diese besteht aus der AMAG, als Schweizer Generalimporteur für VW/Audi, Europcar, als Vermieter von VW/Audi auf dem Mietwagenmarkt und aus den Occasionshändlern, welche die von der Europcar nicht mehr benötigten Fahrzeuge am Gebrauchtwagenmarkt verkauft. Die AMAG bestimmt einen Abschreibungssatz, welcher den Wertverlust der Fahrzeuge während der Laufzeit am Mietwagenmarkt widerspiegelt. Basierend auf diesem Abschreibungssatz, welcher, in Kombination mit dem Anschaffungspreis eines Fahrzeuges, den vom Occasionshändler zu bezahlenden, Restwert des Fahrzeuges ergibt, optimiert Europcar sein Flottenmanagement, d.h. den An- und Verkauf von Autos während eines Jahres.

Ziel der Arbeit war es, die oben beschriebene Lieferkette der AMAG zu modellieren, zu analysieren und darauf aufbauend Entscheidungshilfen für die AMAG zu formulieren. Insbesonders sollte der Zusammenhang zwischen dem Abschreibungssatz und der Flottenpolitik der Europcar untersucht werden. Letztlich sollten Empfehlungen zum Treffen dieser Entscheidungen abgegeben werden, sodass die Gesamtleistung der Lieferkette optimieren wird.

Das Problem wurde über einen Bilevel Programming Ansatz modelliert, wobei die AMAG auf der ersten Stufe den Abschreibungssatz wählt, worauf Europcar auf der zweiten Stufe die optimalen Flottenentscheidungen fällt. Die Lösung des Modells erfolgte über parametrische lineare Optimierung, wobei ein Standardsolver für Probleme dieser Klasse verwendet wurde.

Aus generellen Überlegungen zum Modell zeigte sich, dass bei gegebener Laufzeit eines Fahrzeuges am Mietwagenmarkt, eine Koordination der Lieferkette immer möglich ist. Diese Koordination erfolgt aber «zu Lasten» des Occasionshändlers, und zwar genau dann wenn der An- und Verkauf von Gebrauchtwagen ein Nullsummenspiel ist. Durch Modellrechnungen konnte allerdings gezeigt werden, dass die AMAG einen gewissen Spielraum in der Wahl des Abschreibungsparameters hat und damit tatsächlich verschiedene Gewinnaufteilungen zwischen Europcar und Gebrauchtwagenhändler (insbesondere auch solche in denen der letztere auch Gewinne erzielt) erreichbar sind.

 

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© 2012 Mathematics Department | Imprint | Disclaimer | 26 January 2007
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